Die Rathewalder Mühle

1589 verkaufte „Wolff Adler, Richter zu Ratewalde sein neu erbautes Malmulichen unterm dorffe gelegen dem Hans Naumann erblich für 18 gute Schock". Ob es sich dabei um den Bauern Hans Naumann handelt, der bereits 1570 am Ortseingang von Rathewalde eine kleine Mühle bauen wollte, konnte noch nicht ermittelt werden. 1592 wurde sie auf der Karte von Matthias Öder als „Urban löscher milichen" eingezeichnet. Im Gerichtsbuch Pirna ist in diesem Jahr der Verkauf einer kleinen Mühle auf der Gemeinde von Hans Naumann an Urban Leschke belegt. In den folgenden Jahrhunderten gab es viele Wechsel an Besitzern, viele Umbauten und Neubauten, sogar zeitweise ohne Concession betriebene Mühlen. 1799 standen auf dem Gelände zwei Mahlmühlen und eine Schneidemühle. Mehrmals wurden Gebäude durch Brand vernichtet oder stark beschädigt, meist wurde Brandstiftung vermutet. 1835 kam das gesamte Anwesen in den Besitz von Johann Gottlieb Hacker, der 1842 den unteren Bereich an Gottfried Traugott Köckritz verkaufte, den oberen behielt er selbst. Man sprach dann auch von der oberen und der niederen Lochmühle. Von den Folgen des schweren Unwetters am
25.Mai 1906 ist schon längst nichts mehr zu sehen.

Die Gaststätte links im Bild wurde 1794 während der Besitzzeit Carl Gottfried Herzogs als „bewohnbare Mühle mit einem Mahlgang" erbaut. (Gemäß Schreiben vom Justizamt Pirna) Besonders seit dem Besitz von Gustav Ebert in der Zeit von 1886 - 1918, aber auch von Hugo Richter 1927 - 1943, wurde die Restauration wegen der köstlichen Bewirtung als „Kuchenschänke" oder Bauernschänke" weithin bekannt.
Die „Niedere Lochmühle" wurde in einem Gästeverzeichnis von 1932 als „Jägerhaus Waldesruh" bezeichnet, 28 Betten in 16 heizbaren Zimmern, „Bad im Hause, Glasveranda, Dachgarten, Liegehalle und Waldterrassen". Später dienten beide Teile der ehemaligen Rathewalder Mühle volkseigenen Betrieben als Ferienhäuser.

Gunter Förster — Ortschronist Rathewalde

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Die Sage von der Rathewalder Mühle

Im Rathewalder Grund liegt schattig, still und kühl romantisch reizend bis zur Stund die malerisch schöne Mühl. Wen man dort von der Felswand schaut und fragt sich heutzutage wer diese Mühle hat gebaut, da spricht die alte Sage:

Erzählt von Werner Nacke, Heimleiter in der Mühle

Von 1967 bis 1988. (Verfasser unbekannt)

Diese Sage gehört eigentlich zur Lochmühle in Lohmen und stammt von Eduard Dietrich, sie wurde auf Ansichtskarten veröffentlicht.

Vor vielen Jahren wurde sie im Rahmen der Urlauberbetreuung für die Rathewalder Mühle abgewandelt.

Im Dezember 2017 wurde sie so wie hier beschrieben im Mitteilungsblatt der Stadt Hohnstein veröffentlicht.

Mittlerweile ist das richtiggestellt worden.

Stock finster wars, der Donner kracht, es nahte sich die Mitternacht. 

Der Müller saß im Stübchen drin und neben ihm die Müllerin. 

Den beiden drückte die Sorge schwer, baufällig war die Mühle sehr, 

Da spricht der Müller voller Sorgen: „Wer wird uns Geld zum Bauen borgen?" 

So sitzen sie im bangen Zweifel, da tritt zur Tür herein der Teufel

und spricht:

„Macht ihr mit mir den Bund bau eine neue Mühle ich zur Stund.

 Viel Geld bekommt ihr obendrein, doch vorher unterschreibt den Schein, 

Hier steht „Wer, wenn der Morgen graut, zuerst aus der Mühle schaut, 

der ist zerfallen auf der Stell, den führ ich hinab zur Höll."

Den Müller wollt das nicht in den Sinn, doch pfiffig war die Müllerin, 

Sie unterschrieb mit ruhiger Hand, was hier auf dem Papiere stand.

Der Müller seiner Frau zu lieb, auch den Kontrakt dann unterschrieb.

Nun wurden die Felsen gesprengt und die Wasser zum Graben gelenkt. 

Man sägte und man pochte laut, so wurde die neue Mühle gebaut, 

zur mitternächtlichen Stunde im Rathewalder Grunde.

Früh lag der Teufel auf der Lauer. Den Müller überlief ein Schauer.

Die Müllerin bedenkt den Fall und holt den Esel aus dem Stall.

Stülpt ihm die Nachtmütz auf sodann, so dass er aussah wie ihr Mann und schiebt und schercht den armen Tropf bis er durchs Fenster steckt den Kopf. 

Der Teufel hat in aller Hast sofort den Esel abgepasst, 

Zieht ihn an sich mit einem Zug und merkt dann erst den Betrug.

Für diesmal war er arg geprellt Und fuhr hinab zur Unterwelt.

Die Mühle aber heut noch steht, sie blieb den beiden Alten.

Denn was einmal geschrieben steht, muss auch der Teufel halten. 

Sie hatten ja mit großer List, den Teufel arg beschummelt. 

Sie genossen auch noch viele Ehr'n Die alten Müllersleut, 

und wenn sie nicht gestorben wären, dann lebten sie noch heut.